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Aude sapere - Wage es, selbst zu denken!

 

Dies war das Motto, das Dr. Samuel Hahnemann, der Entdecker der Homöopathie, seinem Hauptwerk "Organon der Heilkunst" voranstellte.

Ihm selbst begegneten diese Worte schon zu seiner Schulzeit, denn das Zitat stand eingemeißelt über dem Eingang zur Schule, die Hahnemann besuchte. Das Aude sapere, oder auch Sapere aude, war DAS Motto seiner Zeit, der Zeit der Aufklärung. Immanuel Kant, als DER Philosoph der Aufklärung, übersetzte aus dem Lateinischen auf folgende Weise: „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“.

Das selbstständige Denken war DIE Entdeckung im ausgehenden 18. und Anfang 19. Jahrhunderts. Auch wenn uns Heutigen dies fast etwas albern anmuten mag, so dürfen wir die vorherige Epoche nicht vergessen, die geprägt war von fürstlichen, königlichen, kaiserlichen und kirchlichen Erlassen - alle nur dazu gedacht, jegliche Eigenständigkeit im Keime zu ersticken.

Und wie ist es heute? Wie eigenständig denken wir selbst noch? Wie sehr sind wir geprägt von Meinungen, Werbung, wissenschaftlichen und sogenannten wissenschaftlichen Überzeugungen? Ist es nicht so, dass wir im Zeitalter der Information Gefahr laufen, so mit ständig neuen Dingen überschüttet zu werden, und das auch noch im Minutentakt, dass das eigene Denken und Nachdenken zum Erliegen kommt? Bereits Albert Schweitzer schrieb: "Der moderne Mensch wird in einem Tätigkeitstaumel gehalten, damit er nicht zum Nachdenken über den Sinn seines Lebens und der Welt kommt." Dieser Gedanke ist heute von größerer Bedeutung denn je!

Und darum ist das Aude sapere in der kürzeren Übersetzung  "Wage es, selbst zu denken!" auch das Motto meiner Praxistätigkeit.