Was bedeutet "genuin"?
Was bedeutet "genuin"?
Was bedeutet der Begriff "Genuine Homöopathie"?
In der Homöopathie gibt es drei Grundströmungen, die sich maßgeblich voneinander unterscheiden. Dies ist zum einen die klinische Homöopathie, die gerne als Zusatztherapie angeboten wird und sich vornehmlich an der aktuellen Krankheit und deren Diagnose in Form eines Krankheitsnamens orientiert. Desweiteren gibt es die Homöopathie, wie sie von ihrem Entdecker Dr. med. Samuel Hahnemann formuliert wurde. In den 50er Jahren unseres Jahrhunderts kam es zu einer Rückbesinnung auf die Wurzeln der Homöopathie und die damaligen Homöopathen suchten sich von der "klinischen" Strömung durch den Begriff der "klassischen Homöopathie" abzugrenzen. Im Laufe der Zeit erfolgte erneut eine "Verwässerung" dieser Form der Homöopathie durch die mehr psychologisch ausgelegten Varianten, die sich weniger an der Krankheit und auch nicht zwingend am Kranken, sondern an dem Menschentypus und seinen Eigenarten orientieren. Hierbei wird die Krankheit weniger wichtig, dafür werden die Wesenseigenschaften höher bewertet. Dies implizierte erneut eine Bewegung der Rückbesinnung innerhalb der Homöopathie auf ihre Quellen, auf das, was "ursprünglich" (lat. genuin) von Hahnemann sowie seinen engsten Schülern und Mitforschern gemeint war.
Die Grundlage der Hahnemannschen Homöopathie in wenigen Worten:
Jede Krankheit äußert sich in Form von Beschwerden. Jede Beschwerde besteht aus verschiedenen Symptomen und diese wiederum stellen sich in verschiedenen Zeichen dar. Somit besteht jedes Symptom aus mehreren Teilen, den Zeichen, welche wie "Bausteine" erscheinen.
Diese "Zeichen-Bausteine" zusammengesetzt ergeben ein Symptom, mehrere Symptome zusammengesetzt ergeben eine Krankheit!
Zum Beispiel: Die Beschreibung stechender Magenschmerzen, die besonders nach dem Essen auftreten, in Rückenlage erträglicher sind und mit Übelkeit und saurem Aufstossen einhergehen führt zur medizinischen Diagnose einer Gastritis. Die Diagnose selbst dient dem Homöopathen zur Prognose, d.h. Einschätzung über Gefahr und eventuellen Komplikationen, nicht aber zur Arzneifindung. Hierzu werden die "Bausteine", die Zeichen des Beschwerdebildes genutzt:
Lokalität/Organ: Magen - Empfindung: stechend - Umstände: schlechter nach Essen, besser in Rückenlage - begleitet von: Übelkeit, saurem Aufstossen.
Nicht aufgrund der Diagnose, sondern anhand dieser genauen Zeichen des Krankheitsbildes ist es dem Homöopathen möglich eine Arznei zu finden, die dieser Beschwerde des Kranken entspricht. Daraus ist auch zu ersehen, dass es kein "Magenmittel" schlechthin gibt, da jeder Magenschmerz in seinen Zeichen anders ist und somit jeder Patient mit Magenbeschwerden auch eine andere Arznei benötigt.
In der Homöopathie werden die Arzneien an gesunden Menschen geprüft, wodurch von jeder Arznei die ihr eigenen Symptome und damit deren Zeichen erkennbar werden. Diese für eine Arznei typischen Zeichen werden als die Arzneiwirkung zusammengefasst. Diese Arzneiwirkung wird nun mit den Zeichen der Beschwerde des Patienten verglichen. Die Arznei, die diesen Beschwerden am ähnlichsten ist, wird zur Heilung gegeben.
So kämen für die oben dargestellte Gastritis alle Arzneien in die engere Wahl, die in ihrer Wirkung am Gesunden vorzüglich den Magen betrafen, stechende Schmerzen an verschiedenen Organen/Lokalitäten hervorriefen, bei den verschiedensten Beschwerden eine Verschlechterung durch das Essen und eine Besserung durch Rückenlage erfuhren, sowie verschiedenste Beschwerden von saurem Aufstossen und unterschiedliche Schmerzen von Übelkeit begleitet waren.
Um diese hier in der Kürze einfach erscheinende und in der Praxis oftmals schwierige Aufgabe zu bewältigen, stehen dem Homöopathen verschiedene Werkzeuge zur Verfügung, von denen ein jedes wiederum seine Stärken und Schwächen hat, die erkannt und berücksichtigt werden müssen.
Und um diese Werkzeuge sinngemäß einsetzen zu können, muss zum einen der theoretische Teil (Heilgesetze, besondere Strategien bei bestimmten Erkrankungen usw.) verstanden und der praktische Teil (Kenntnis der Arzneiwirkungen) ständig weiter studiert werden.
Als vereinfachter Überblick mögen diese Zeilen genügen, das Thema ist selbstredend um einiges komplexer, als es hier im Sinne einer kurzen Darlegung wiedergegeben werden kann.

