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Christian Meinhard SprechzimmerDie Grundlage meines therapeutischen Arbeitens,

möchte ich Ihnen mit einem Bild verdeutlichen: dem Garten. 

In diesem Bild ist Ihre momentan bestehende Krankheit ein Unkraut, dass in Ihrem Garten wächst. Nun könnten wir einfach dieses Unkraut herausreissen, was aber keine Heilung bedeuten würde, sondern lediglich eine vorübergehende Beschwerdefreiheit, denn Unkräuter haben die unerfreuliche Eigenschaft, einfach wieder nachzuwachsen! Genau so ist es auch mit unseren Krankheiten. (Zugegeben, dieser Vergleich der Krankheiten mit Unkräutern hinkt etwas, wie alle Vergleiche. In der Natur gibt es eigentlich keine Unkräuter, denn dort haben alle Pflanzen irgendeinen Nutzen.)

Nun ist es bei den allermeisten Menschen so, dass sie im Laufe des Lebens schon mehrere unterschiedliche Krankheiten hatten. Für eine "gründliche" Behandlung ist somit nicht nur die momentan bestehende Krankheit zu betrachten, sondern auch alle Beschwerden, die der Kranke in seinem bisherigen Leben zu erdulden hatte (Krankheitsbiographie). Wenn wir einen Schritt weitergehen, kommen wir zu der Frage: Warum wachsen in diesem Garten gerade diese Unkräuter? Und damit sind wir beim Gartenboden und dessen Eigenschaften angelangt. Je schlechter die Bodenqualität ist, desto eher wachsen die unterschiedlichsten Unkräuter und kommen auch immer wieder (Krankheitsveranlagung). Wird der Boden gut kultiviert, so haben diese Unkräuter weniger Möglichkeit zu wachsen oder immer wieder zu kommen. Daraus ergibt sich für die Behandlung ein zweifaches Ziel: zum einen die Entfernung des momentan wachsenden Unkrautes, zum anderen die Verbesserung der Bodenqualität, um ein Wiederkehren der Krankheiten zu verhindern. 

Was ist es, das unsere "Bodenqualität" als Mensch bestimmt? Das ist zum einen unser Lebensstil und unsere Lebensumstände. Ungesunde Ernährung zum Beispiel, häufige oder ständige Anspannung (Stress) oder schwierige Lebenslagen mit vielen Sorgen verschlechtern den Boden. So erklärt es sich auch, warum wir oft in misslichen Lebenslagen auch noch krank werden. Was ebenfalls zu unserer Bodenqualität beiträgt sind die Krankheitsveranlagungen, die wir von unseren Vorfahren geerbt haben. Gab es in unseren Familien mehrere schwere Erkrankungen, so werden diese Tendenzen als Schwachstellen oft an die Kinder weitergegeben. Aus diesem Grund ist es für die Behandlung wichtig, die Krankheiten der Vorfahren bzw. der Familie (auch Geschwister und eigene Kinder) zu betrachten, damit die Bodenqualität des Betroffenen eingeschätzt werden kann (Familienanamnese). Auch wie bisher bestehende oder durchgemachte Krankheiten behandelt wurden, trägt entscheidend zur Minderung oder Stärkung der Bodenqualität bei. Wurden die Unkräuter mit "scharfen Mitteln" beseitigt, so mag das Unkraut zwar verschwunden sein, der Boden selbst jedoch wurde damit in der Regel verschlechtert. Somit ist auch die Kenntnis der bisherigen Behandlungen von Wichtigkeit.


Zwei häufig gestellten Fragen - und meine Gedanken dazu:

 

"Ist Heilung möglich?"

Es ist wichtig zu beachten, dass kein Therapeut der Welt ein Heilversprechen geben kann, denn wir sind nicht in der Lage, Schicksal zu spielen. So hat jede Behandlung und auch die Homöopathie ihre Grenzen, deren es vor allem drei sind: zum einen die Kenntnisse des Therapeuten/Homöopathen, zum anderen die Fähigkeit des Patienten zu Beobachtung und Schilderung seiner Beschwerden und letztlich eventuell bestehende unumkehrbare organische Veränderungen durch eine Krankheit. Leider gibt es unheilbare Fälle, oder Fälle, bei denen teilweise nur noch die Möglichkeit einer Linderung besteht. Dies betrifft nicht bestimmte Krankheiten (Unkräuter), sondern ist individuell bestimmt (Gartenboden), was jedoch keiner voraussagen kann. Aus diesem Grund lohnt sich ein "homöopathischer Versuch" eigentlich immer! Mit Beginn der Behandlung wird es schnell klar, ob der Fall homöopathisch gelöst werden kann und wenn ja, wie weit. Sobald ich erkenne, dass ich in einem Fall nicht helfen kann, werde ich das in aller Ehrlichkeit ansprechen.

Insgesamt ist von der homöopathischen Behandlung zu sagen: je natürlicher sich die Krankheit zeigt, d.h. möglichst unbeeinflusst durch verschiedene andere Medikamente oder widrige äußere Lebensumstände, umso wahrscheinlicher ist es, dass Heilung mit Arznei möglich wird. Dies ist auch bei akuten Erkrankungen wichtig! Je mehr Sie selbst schon an Naturmittelchen oder anderen Medikamenten genommen haben, bevor Sie dann doch homöopathische Hilfe suchen, umso schwieriger wird es in der dadurch verwischten Symptomatik, die eigentlich angezeigte Arznei noch zu finden.

Das homöopathische Ideal ist: die Beschwerden beginnen, Sie beobachten diese in allen Feinheiten und sollte überhaupt eine Behandlung erforderlich sein, rufen Sie an. Mit diesem unverfälschten Bild der Erkrankung lässt sich in aller Regel sehr gut arbeiten, da die angezeigte Arznei besser und schneller gefunden werden kann.

Bei den schwereren Krankheiten, die den Einsatz von allopathischen Medikamenten erfordern, ist zumindest oft eine Linderung möglich, in manchen Fällen kann sogar hier noch eine Heilung gelingen.

Auch zu den Problemen schwieriger Lebenslagen äußerte sich Hahnemann bereits etliche Jahre vor Sigmund Freud und unterschied krankheitsunterhaltende Ursachen von Heilungshindernissen. Beides sind Themen, die dem Homöopathen in der Praxis immer wieder begegnen und mit denen er, unabhängig von der Arzneiwahl, umzugehen hat, um Linderung, Chancen auf Veränderungen oder gar Heilungen zu ermöglichen.

 

"Wann tritt Heilung oder Linderung ein?"

Spricht ein Fall auf die homöopathische Behandlung an, so wird oft die Frage gestellt, wann denn mit Heilung oder wenigstens einer Linderung zu rechnen wäre. Eine verlässliche Antwort und Einschätzung ist schwierig, denn hierbei spielen viele Faktoren eine Rolle, wie zum Beispiel Vorerkrankungen in der Familie (Vererbung?), eigene früher durchgemachte Krankheiten, Dauer der bestehenden Krankheit, aktuelle Lebenssituation usw., so dass der zeitliche Behandlungsverlauf im Voraus nicht sicher abzuschätzen ist.